Donnerstag, 21. August 2014

Aufklärung zur Kriegsgefangenen-Post

Hier besteht wirklich Aufklärungsbedarf!


Ja es funktioniert wirklich, und zwar sogar ohne Briefmarke! Man muss nur drauf schreiben "„Service des prisonniers de guerre", was bedeutet Kriegsgefangenen-Post gebührenfrei. Auch wenn Deutschland besetztes Gebiet ist, was für mich außer Frage steht, ist das nicht die Ursache dafür.

1874 wurde der Weltpostverein gegründet, deren Mitglieder einen Weltpostvertrag schlossen. Die Post Deutschlands, war dort von Anfang an Mitglied. 1891 fand der erste Weltpostkongress in Wien statt. Hier wurde das komplette Regelwerk, wer, wie, was zu befördern hat festgeschrieben. Unter anderem wurde hier fest gelegt, dass die Weltpostsprache Französisch ist, deswegen oben das französisch Geschriebene. Dann fanden in Abständen immer wieder Weltpostkongresse statt, wo das Regelwerk aktualisiert und bestätigt wurde. Ich weiß jetzt nicht genau auf welchem Kongress es beschlossen wurde, aber es wurde beschlossen, Kriegsgefangenen-Post kostenlos oder mindestens zum Selbstkostenpreis zu befördern. Diese Regelung hat bis heute Gültigkeit, und zwar aus dem Grund, dass Post in Kriegszeiten oftmals verschollen war. Diese Postsendungen müssen, so verpflichteten sich alle Mitglieder, zu den geregelten Bedingungen, egal wie lange diese Post verschollen war, befördert werden.

Wenn heute jemand einen Brief als Kriegsgefangenen-Post versendet, muss die Post davon ausgehen, dass es echte Kriegsgefangenen-Post ist. Selbst wenn die Post weiß, dass es keine Kriegsgefangenen-Post sein kann, muss sie diese befördern, weil sie sonst gegen ihr eigenes Postgeheimnis verstoßen würde.
Der Beweis, dass ein Brief keine Kriegsgefangenen-Post ist, kann nicht erbracht werden, ohne das Postgeheimnis zu verletzten. Das ist das ganze Geheimnis!
Das funktioniert nämlich nicht nur in Deutschland.

Nachtrag:

Das habe ich gerade gefunden:
Warum das so ist? „Das richtet sich nach den Genfer Konventionen, der der Weltpostvertrag angeschlossen ist”, sagt Rainer Erzner, Sprecher der Post in Nordrhein-Westfalen. 196 Staaten sind den Abkommen, die zum humanitären Völkerrecht zählen, beigetreten. Die gebührenfreie Sendung gilt auch in der Gegenwart. Beispiele aktueller Fälle sind selten.

63 Jahre nach dem Krieg ist Post portofrei | DerWesten - Lesen Sie mehr auf:
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