Freitag, 10. April 2015

Selbstverteidigung mit einem Tactical Pen oder Kobutan

Gerade in Deutschland ist man als artiger Bürger fast wehrlos. Die bösen Buben halten sich nicht an irgendwelche Verbote und lachen dich im Ernstfall aus. Die meisten tragen wenigstens Messer bei sich. Im Falle eines Überfalls oder einer körperlichen Auseinandersetzung ist man denen oft hilflos ausgeliefert.
Das Waffengesetz in Deutschland ist derart scharf, dass man kaum ein Möglichkeit hat sich selbst zu verteidigen ohne danach Konsequenzen befürchten zu müssen. Selbst wenn man einem Angreifer Pfefferspray ins Gesicht sprüht, kann man, wenn man Pech hat, danach sogar noch Schmerzensgeld für den Täter bezahlen. Welche Möglichkeiten hat man also?
Am besten wäre natürlich, man trainiert Kampfsport. Das allerdings ist mit viel Geld und vor allem Zeit verbunden, und wirkliche Erfolge stellen sich erst nach Jahren ein.
Wer erzählt, nach einem Crashkurse von 1-2 Wochenenden wäre jemand fähig sich gut zu verteidigen der lügt, und will wahrscheinlich nur die Gebühr für den Kurs kassieren.

Ich empfehle, gerade körperlich schwachen Personen sich einen Tactical Pen zu zulegen und damit 2-3 Techniken zu trainieren. Ein Tactical Pen sieht idealerweise wie ein Kugelschreiber aus, ist aber wesentlich stabiler und wurde für die Selbstverteitigung entwickelt.

Hier gibt es dieses Teil.

Ein Tacital Pen ist eine Weiterentwicklung eines Kubotan, welche ursprünglich aus Bambus gefertigt wurden. Diese Kubotans trugen zu Samurai-Zeiten, in Japan, Beamte und andere unbewaffnete Personen, vor allem Frauen. Sinn und Zweck war es, eine Minimal-Verteidigung-Waffe bei sich zu tragen. Wenn man ein paar grundlegende Techniken beherrscht, fühlt man sich mit so einem Teil auf jeden Fall sicherer. Idealerweise lernt man die Nervendruckpunkte des Menschen zu treffen.



So einen Kobutan bekommt man hier

Auf Youtube gibt es genügend Videos, die einige Techniken erklären. Einige davon sind ganz brauchbar. Egal ob man nun einen Kubotan oder einen "Kuli" verwendet. Das Prinzip bleibt immer das Gleiche. Jeder Treffer wird den Gegner schmerzen, weil sich die Kraft auf einen kleinen Punkt konzentriert und so die Kontakt-Energie verstärkt wird. Es gibt diverse Hebel-Techniken, die man sich auch mal ansehen sollte. Diese zu erlernen erfordert aber einen Trainingspartner.
Hier ist ein gutes Einstiegsvideo, auch wenn es nicht besonders professionell wirkt, ist es genau deswegen für jeden, der mit solchen Dingen nie etwas zu tun hatte geeignet. Es zeigt einfach die Handhabung.




Ich selbst würde nur hinzufügen, dass es besser wäre, das Teil gar nicht zu zeigen und erst im letzten Augenblick zum Einsatz zu bringen. Das erhöht die psychologische Wirkung um Einiges.
Wer keinen Trainingspartner hat, kann auch alleine trainieren.
Um effektiv zu sein, muss man einfach hin und wieder 5-10 Minuten vor seinem Spiegelbild trainieren, vor allem die Schnelligkeit. Je schneller mal die Stöße ausführen kann, desto besser ist es.
Man kann sich auch eine Trainingspuppe bauen. Dadurch verbessert sich die Präzession der Stiche.
Man kann auch mit einer zusammen gerollten Zeitung trainieren oder mit sonst etwas, was man in der gleichen Art und Weise in der Hand halten kann. Es geht ja darum die Bewegungsabläufte zu verinnerlichen.

Richtig gut ist dieser alte Mann!



Da diese Dinge nicht teuer sind, sollte man sich so etwas zulegen. Ich selbst finde den Pen, oben, besser, aber das ist Geschmackssache. Einen Tactical Pen kann man auch als echten Kugelschreiber verwenden, was ihn in meinen Augen sympathischer macht. Ein Kubotan, welcher ja primär als Waffe konzipiert ist, wird immer die Frage provozieren, warum man so ein Teil bei sich trägt. Allein die Aussage, dass man ihn zur Selbstverteidigung trägt, bringt bei den meisten Richtern schon mal einen Minuspunkt. Ein Kuli ist ein Kuli. Man kann auch mit einem Plaste-Kuli sich in genannter Weise verteidigen, allerdings dürfte schnell die physikalische Grenze erreicht sein und das Ding zerbrechen.
Zu beachten ist in jedem Fall, dass ein starker Stoß mit einem Kubotan oder Pen, gerade im Kopf-  und Halsbereich schwere Verletzungen verursachen kann. Deswegen sollte man diesen auch nur in einer Notwehrsituation verwenden. Das trifft im Übrigen für jeder Art der Verteidigung zu. Das rechte Maß ist oftmals schwer zu finden. Hier muss man immer mit einem kühlen Kopf abwägen.